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Am 31. August gibt Isabelle Raboud-Schüle ihren Posten in der Direktion des Musée gruérien auf, nicht aber ihr Engagement für die Kultur. Ein Gespräch mit einer Ethnologin, die im Laufe ihrer Karriere viele bereichernde Kontakte mit den Museumsbesuchern geknüpft hat.

Isabelle Raboud-Schüle wurde im Wallis geboren und gründete 1992 das Walliser Weinmuseum, anschliessend war sie etwa ein Dutzend Jahre als Konservatorin im Alimentarium in Vevey tätig. Im Kontakt mit «guten» Produkten wurde sie auf die spannende Geschichte des Gruyère aufmerksam. Ihr Wunsch, die regionalen Geschichten und Traditionen näher kennenzulernen und aufzuwerten, führte sie 2006 ins Musée gruérien.

Die Einrichtung in Bulle spielt eine wichtige Rolle bei der Bewahrung des materiellen und immateriellen Erbes von La Gruyère. Referenzsammlungen und eine im Laufe der Jahre erstellte Dokumentation ermöglichen einen breiten Blick auf die Region La Gruyère. Obwohl das Image der Region von der internationalen Bekanntheit des Käses beherrscht wird, betont Isabelle Raboud-Schüle die wichtige Rolle von Wechselausstellungen, die der Fotografie und der modernen Kunst gewidmet sind. Die doppelte Berufung der Institution als Museum und Bibliothek machen sie zu einem Kulturzentrum, das abwechslungsreiche Aktivitäten bietet, von Lesungen bis zur Entdeckung von Werken und der Geschichte.

Während der 15 Jahre im Dienste des Musée gruérien knüpfte die Direktorin und Konservatorin viele Kontakte mit den Museumsbesuchern und dank der Entwicklung der Kulturvermittlung vor allem auch mit Kindern. Die mit den 12 Institutionen im Süden des Kantons organisierte Nacht der Museen und die Zusammenarbeit mit dem Verband der Museen des Kantons Freiburg, beispielsweise die Ausstellung zum Thema Milch, verdeutlichen die Bedeutung des Museumsnetzwerks.

Isabelle Raboud-Schüle findet, dass der Kanton und der Tourismussektor nicht stolz genug auf ihre Kultur sind, Kühe sind ihrer Meinung nach schliesslich nicht das einzige Werbeargument. Die Freiburger Museen bieten kreative und qualitative Inhalte mit Ausstellungen, die jenen in grossen europäischen Städten in nichts nachstehen!

Für alle offen und zugänglich
Wenige Monate, bevor sie das Musée gruérien verlässt, setzt sich die Direktorin und Konservatorin für die Vergrösserung des Gebäudes ein, um den Platz und den Komfort für die Besucher zu vergrössern. Die Einrichtung muss sich an veränderte Verhaltensweisen anpassen, damit eine vielfältige Bevölkerung diese «echten» Orte zu schätzen weiss und sich um «echte» Werke herum treffen kann Die materiellen Sammlungen bleiben weiterhin wichtig, da die digitalisierten Formate ihre Langlebigkeit noch nicht unter Beweis gestellt haben.

Isabelle Raboud-Schüle bleibt noch ein weiteres Jahr als Präsidentin des Vereins der Schweizer Museen im Amt und setzt auch ihr Engagement für die UNESCO-Kandidatur «Schweizer Alpsaison» fort. Ziel ist es, die Alpentraditionen und die zugehörigen Verfahren aufzuwerten, die seit mehr als fünf Jahrhunderten angepasst und weitergegeben werden. 2022 will die Redaktionsgruppe das Bewerbungsdossier für die Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes einreichen, in der bereits das Winzerfest, der Lawinenschutz und die Kunstmechanik erfasst sind.

Die Wichtigkeit von Teamarbeit
Isabelle Raboud-Schüle ist es gewohnt, in den Medien präsent zu sein und im Rampenlicht zu stehen, aber sie weiss den Wert der kollektiven Arbeit und den Beitrag des Teams zu jedem Erfolg besonders zu schätzen. Der Chorsängerin liegt es am Herzen, bei ihren
zukünftigen Aktivitäten ein perfektes Gleichgewicht zwischen dem Reichtum der Vergangenheit und der Zukunft zu finden.